Einschichtlacke sind ein- oder zweikomponentige Nasslacke, die ohne Verwendung einer Grundie-rung direkt auf den zu applizierenden Untergrund aufgebracht werden können und dabei gute Haftungseigenschaften ausbilden. Einschichtlacke können lösemittelbasierend wie wasserver-dünnbar sein. Man unterscheidet bei Einschichtlacken zwischen den herkömmlichen ohne besonderen Korrosionsschutz und denen der neuen Generation, die in der Regel aktive Korrosions-schutzpigmente enthalten und damit die Funktion einer Grundierung mit abdecken.
Grundsätzlich geeignet sind Stahl- und Eisenuntergründe. Diese müssen zunder-, rost-, staub- und fettfrei sein. Optimal ist Sandstrahlen (SAE 2,5) oder Phosphatieren mit anschließender Haftwasser-trocknung. Auch verzinkte Untergründe sind für das Lackieren mit Einschichtlacken geeignet; hier ist vorher mit einer ammoniakalischen Netzmittelwäsche zu reinigen.
Sofern Einschichtlacke mit aktiven Korrosionsschutzpigmenten verwendet werden, können vergleichbare Korrosionsschutzeigenschaften zu einem Zweischichtsystem erreicht werden. Voraussetzung dabei ist die Einhaltung der gleichen Gesamttrockenschichtdicke (40 μm Grundierung + 40 μm Decklack = Einschichtlack 80 μm).
Da der Einschichtlack in der Regel dicker appliziert wird als der Decklack beim Zweischichtsystem, wird nicht die Hälfte der Arbeitszeit gespart, sondern ca. ein Drittel. Es entfällt allerdings zusätzlich die Trockenzeit zwischen Grundierung und Decklack, sodass der Durchlauf bzw. die Kapazitäten im Lackier- bzw. Trockenbereich höher sind.