Juli 2018: TECHNISCHE INFORMATION NR. 11

Juli 2018: TECHNISCHE  INFORMATION  NR. 11

In der TECHNISCHEN INFORMATION NR. 11 informieren wir über das Vermeiden von Farbtondifferenzen bei den
Farbtönen RAL 9006 und RAL 9007. Nachstehend finden Sie den Beitrag.
 

 

Die Farbtöne RAL 9006 und RAL 9007 sind Bestandteil der Farbsammlung des RAL und zählen somit zu den klassischen
Industriefarben der deutschen Wirtschaft. Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied zu den übrigen RAL-Classic-Farbtönen,
die alle deckende Lackfarben in verschiedenen Buntbereichen darstellen.
Im Gegensatz zu den unifarbenen Buntfarbtönen können RAL 9006 und RAL 9007, die Metallic-Pigmente enthalten, nicht in den gleichen
engen Farbtoleranzen hergestellt werden.

Die Farbtöne RAL 9006 und RAL 9007 entstammen dem Rostschutzprogramm der ehemaligen Reichsbahn.
Vorgeschrieben waren sie für den Korrosionsschutz von Stahlbauten (Bahnhöfe, Brücken) und Waggonteilen (z. B. Dächern).
In dieser Funktion wurden sie auch bei der ehemaligen Luftwaffe und der Kriegsmarine eingesetzt, jedoch nicht für rein dekorative Zwecke.

Mit Beginn des Trends zu Metallic-Lackierungen in der 1970er Jahren im Architekturbereich, wie z. B. für
Haustüren, Fensterrahmen, Fassaden usw. kommt es in der Praxis immer wieder zu Farbtonabweichungen bei
diesen beiden Metallic-Farbtönen. Ursache hierfür ist, dass sich die Metallic-Pigmente in der Lackschicht während der Trocknungsphase
unterschiedlich „ausrichten“ können. Hierauf wirken folgende Faktoren ein:

  • die Nass- bzw. Trockenschichtdicke
  • das ausgewählte Spritzverfahren
  • der Spritzdruck
  • die Größe der Spritzdüse
  • der Abstand beim Spritzen zwischen Spritzpistole und zu lackierendem Objekt

Nur wenn alle Parameter bei den zu lackierenden Objekten gleich sind, können Farbtonunterschiede vermieden werden.

Da es zudem keine einheitlichen „Rezepturvorschriften“ für diese Farbtöne gibt, ist den Lackherstellern die Pigmentauswahl selbst überlassen.
Hier kann für die dekorative Anwendung frei zwischen Aluminium- und Eisenglimmerpigmenten entschieden werden. Dieses kann ebenso zu leichten
Farbtonunterschieden führen, die besonders dann sichtbar werden, wenn lackierte Objekte, z. B. bei einer Mischbauweise von Bauelementen, mit Lacken '
unterschiedlicher Hersteller lackiert werden. Auch können Farbtonunterschiede zwischen Pulver- und Nasslacken vorkommen.

Gleiches gilt sinngemäß auch für viele DB-Farbtöne, wie unter anderem DB 701, 702 und 703.

Fazit:
Zum Lackieren von RAL 9006 und RAL 9007 sollte möglichst nur ein Lack aus einer Charge verwendet werden. Die oben genannten Lackierparameter müssen einheitlich sein, auch wenn verschiedene Lackierer die Arbeiten ausführen.